unsere bisher nur einmal erschienene Musikzeitschrift Nur Ton ist jetzt auch bei Myspace und hat schon unglaublich viel Freunde, ähm, Friends, und obwohl wir höchstens eine Ausgabe pro Jahr machen und die nächste noch nicht so wirklich vor der Tür steht, legen wir jetzt öfters mal in unserem Kreuzberger Lieblingslokal Tonträger auf, zum Beispiel übermorgen.
04 Juni 2008
Hurra
29 Mai 2008
Ralf Moeller
fliegt zu Bundeswehr-Soldaten nach Afghanistan und sagt:
"Ich bin gespannt auf die Nächte im Zelt".
22 Mai 2008
Globalisierung
18 Mai 2008
08 Mai 2008
Leben heißt am Sterben scheitern
Es gibt Millionen Filmfestivals, aber nur eines, das die Welt wirklich braucht:
Das Festival des gescheiterten Films.
Aus dem Reglement:
1. Der ProduzentIn/RegisseurIn muss das Ziel gehabt haben, eine hochwertige Arbeit zu schaffen!
2. Das Werk sollte
a) abgelehnt worden sein (zum Beispiel von Fernsehsendern/Festivals)
oder sonst wie bei der Vermarktung gescheitert sein, oder
b) inhaltlich das Scheitern zum Thema haben: in Beziehungen, gesellschaftlich, sozial, individuell, ...
3. Der ProduzentIn/RegisseurIn muss eine plausible Erklärung für das Scheitern seines Werkes abgeben können.
Das einzige, was mir die Reinheit dieses Konzepts ein wenig zu verwässern scheint, ist Punkt 2b. Alles andere halte ich für wichtig und notwendig. Anmeldungen werden ab sofort wieder entgegengenommen.
EDIT:
Die Hochschule, an der ich selber mal studiert habe, ist der Meinung, ihre Filme würden nicht scheitern. Für einen kleinen Lehrgang in Humorlosigkeit bitte hier klicken und dann unter "unzulässige Filme" weiterlesen.
07 Mai 2008
02 Mai 2008
ähm
Es ist ein ganz und gar widerwärtiger, dämlicher, ressentimentgeladener, dummer Gedanke, von der spekulativen Plattheit einer Bild-Zeitungs-Schlagzeile, aber ich werd ihn einfach nicht los und muß ihn mal irgendwo hinschreiben: Wieviele Leute sitzen wohl noch unentdeckt in irgendwelchen Kellern in Österreich? Und was denken die sich, wenn sie im Fernsehen (denn Fernsehen haben sie in ihren Verliesen ja immer) die Nachrichten angucken? Und (ab hier endet der dumme Gedanke, und es geht halbwegs normal weiter) wie hängt das ganze mit dem österreichischen Kinderbuch Wir pfeifen auf den Gurkenkönig zusammen, in dem ein komisches kleines Monster aus dem Keller kommt und sich zum Herrscher über eine Familie aufschwingt? (Achtung, ab hier wieder Ressentiments) Was haben sie nur mit ihren Kellern, die Österreicher?
(Edit) Meine österreichische Freundin Franziska teilte mir mit, es sei jetzt amtlich: In Österreich leben nicht 6 Millionen Menschen, sondern 12 Millionen.
16 April 2008
Der Chor der Filmschaffenden formiert sich
Eigentlich kenne ich niemanden, der noch regelmäßig jeden Tag arbeiten geht. Ich begrüße diese Entwicklung durchaus, denn ein täglicher Achtstundentag in Büroräumen ist ganz bestimmt nicht das, was Mutter Natur als artgerechte Haltung im Sinn hatte, als sie den Menschen in die Welt setzte.
Dise Entwicklung führt aber auch dazu, daß die meisten Leute, die ich kenne, nicht mehr regelmäßig Zeit haben. Früher ging der normale Mensch tagsüber arbeiten, danach war Dienstag abend Stammtisch, Mittwoch Fußballtraining und Donnerstag Gesangsverein. So etwas ist mit uns urbanen Pennern nicht mehr zu machen. Wir haben entweder alle Zeit der Welt (kriegen aber nix auf die Reihe), oder wir stecken bis zum Hals in Projekten. Früher, in unserer Jugend, in der Provinz, da waren wir alle in Sportvereinen, Schulchören, Orchestern und hatten durchaus unseren Spaß. Heute: Fehlanzeige. Jeder hetzt seinem Terminkalender hinterher, und zwischendurch versucht man sich seit Monaten mal wieder auf einen Kaffee zu treffen.
Dabei ist es eine der tollsten Sachen, die man machen kann, gemeinsam im Chor zu singen. Die Seele breitet ihre Flügel aus, man schüttelt den Staub des Alltags ab und kommt wieder in Harmonie mit sich selber, der Welt und dem Universum. Ja, das meine ich genau so ironiefrei, wie es da steht.
Und deswegen entstand zwischen mir und einem anderen extrem sympathischen Ex-Chorsänger namens Tom eine Idee: Wir gründen unseren eigenen Chor. Wir treffen uns einmal pro Saison, projekteweise, für ein Wochenende, studieren da irgendwas ein und führen das dann irgendwo auf. Das ist schon der ganze Plan. Und den ziehen wir jetzt durch.
Das erste Treffen wird stattfinden am Sonntag, 18.5., an einem noch festzulegenden Ort. Wer sich davon angesprochen fühlt, soll sich melden und kommen und vor allem die Nachricht weiterverbreiten, damit wir für jede Stimme ein paar Leute zusammenkriegen.
09 April 2008
Be Fake Remake
Be Kind Rewind von Michel Gondry läuft jetzt im Kino. Zwei Freunde drehen die Filmgeschichte nach. Es macht Spaß, ihnen zuzugucken, wie sie so einen Spaß am Selbermachen haben, und vor lauter Spaß am Zugucken kriegt man mal wieder Lust aufs Selbermachen, weil das ja noch mehr Spaß macht, als nur beim Selbermachen zuzugucken. Filme selber nachgemacht, so wie die das im Film machen, habe ich übrigens schon vor sieben Jahren. Siehe unten. Hat damals großen Spaß gemacht. Wer noch mehr Lust aufs Selbermachen hat, sollte dringend mal zu "Remake" gehen, falls das irgendwann mal wieder stattfindet, da stellt man sich nämlich vor die Leinwand und spielt den Film live nach. Mehr Spaß kann man im Nachtleben kaum haben. "Be Kind Rewind" würde ich da gern mal nachspielen. Das wäre wahnsinnig selbstreferentiell.
04 April 2008
Gepäck
Schon vor 28 Jahren sangen die Monty Pythons ein Lied, das endete auf der wiederkehrenden Zeile:
"And I'm so worried about the baggage retrieval System they've got at Heathrow".
05 März 2008
Es muß nicht immer Indie sein
Ich empfehle hier gemeinhin keine Musik, weil das sowieso jeder tut. Man kann sich vor Musikempfehlungen kaum retten. Jede noch so obskure Band, die auf Myspace vor sich hinmusiziert, reißt irgendjemanden zu Begeisterungsstürmen hin. Dann liest man eine Lobeshymne auf irgendeinem Blog, hört sich die Musik an und denkt sich dann: Aha. Das soll also ein Meilenstein sein. Mhm.
Dabei hätte man das ja gern. Man wäre gern der obercoole Indie-Checker, der alle noch so entlegenen Bands kennt, natürlich aber nur die, die supertolle Musik machen und nächstes Jahr sowieso in jeder noch so banalen Frauenzeitschrift stehen, weil sie dann den verdienten Erfolg haben, der uns dann aber total kaltläßt, weil wir in unseren eingeweihten Zirkeln schon längst zum übernächsten Geheimtip tanzen, den keiner kennt, der aber alle umhaut.
Ja, Musik als Distinktionsmerkmal und Ausschlußkriterium eines exklusiven Zirkels, so hätte man das gern. Aber leider ist die Musik, die einem in flammenden Worten ans Herz gelegt wird, bestenfalls ganz nett und meistens sterbenslangweilig, und wenn man selber aktiv sucht, wird´s auch nicht besser, weil nämlich fast alle unbekannten, kleinen Bands völlig zu Recht klein und unbekannt sind.
Daher wird jetzt zurückgerudert. Scheiß auf Distinktionsgewinn, her mit dem Mainstream. Eine mit mir befreundete Person besuchte kürzlich eine H&M-Filiale, kam zurück und sagte: Da lief dieser Song von den Killers, der ist eigentlich ganz cool, her damit.
Das ließ ich mir nicht zweimal sagen, und seitdem passiert in meinem Leben eigentlich alles, Aufstehen und Herumlaufen und Stehen und Sitzen, zu diesem schon etwas älteren Lied, das bei seiner Veröffentlichung komplett an mir vorbeiging, weil ich mir für sowas wie die Killers natürlich viel zu fein bin. Das Video ist überflüssig, aber der Song ist eine Allzweckhymne für den täglichen Gebrauch zu jeder Tages- und Nachtzeit. Wer darüber die sprichwörtliche Nase rümpft, der möge den sprichwörtlichen Stock aus dem Arsch nehmen oder umgekehrt, denn Spaß fängt ja oft da an, wo Distinktionsgewinn aufhört, und umgekehrt.
21 Februar 2008
Hände weg von DVD-Premieren
Wenn ich mich mal wieder mit jemandem unterhalten sollte, der behauptet, die besten Filme kämen hierzulande nicht mehr ins Kino, sondern nur noch auf DVD raus, und das sei ein weiterer Beleg für den allgemeinen Verfall unserer Zivilisation, dann werde ich ihm ein Paradegegenbeispiel um die Ohren hauen, nämlich den unerträglichen Film, den ich in diesem Moment gerade ansehe bzw. nicht mehr ansehe, weil ich mir den Laptop aufs Sofa geholt habe und den Film nur so nebenher weiterlaufen lasse, weil es sonst nicht mehr zu ertragen gewesen wäre. Es handelt sich um "Tideland", den bislang letzten Film von Terry Gilliam, der mit "Brazil" immerhin mal einen meiner absoluten Lieblingsfilme gemacht hat, aber das ist lang her. Ein zehnjähriges Mädchen landet mit ihrem drogenabhängigen Rockervater in einem alleinstehenden Holzhaus in the middle of nowhere. Der Vater sitzt bald tot im Sessel, das Mädchen spielt mit Puppenköpfen und begegnet einem Arsenal von Nervensägen aus der Nachbarschaft. Das ist anfangs unglaublich zäh, dann wahnsinnig nervtötend, ständig passiert ein riesiges Affentheater, aber eigentlich passiert ein großes, zähes Nichts, und ein paar fantasievolle Traumsequenzen reißen es auch nicht heraus. Was bei Terry Gilliam schon immer ein Problem war, daß er nämlich mit Schauspielern nicht wirklich was anfangen kann, ist hier ein sehr großes Problem, und der Drehbuchautor hatte anscheinend auch besseres zu tun.
Wir hatten uns den Film auf DVD geholt und uns auch irgendwie darauf gefreut. Pustekuchen. Während ich diese Worte schreibe, läuft der Film noch immer, und da in diesem Moment tatsächlich der Abspann beginnt, wird sich an der Qualität des Films auch nichts mehr ändern, ebensowenig wie an der Qualität dieses Textes, den ich jetzt ohne vorheriges Nochmaldrüberlesen veröffentlich, damit ich wenigstens eher fertig bin als der Film.
Edit, 3 Minuten später
Meine Freundin sagte soeben:
Dieser Text gibt nicht ganz die Qual wieder. Dann schlief sie ermattet ein.













