09 Februar 2007

Berlinale, Tag 1

Die Berlinale hat angefangen. Die zwei Hauptdisziplinen der ersten Festivaltage sind:

-Die Festivaltasche häßlich finden
und
-Den Eröffnungsfilm schlecht finden.

Ersteres überlasse ich dem Leser selbst. Siehe unten. Der Gurt mit den vielen bunten Logos sieht aus wie eine Kinderzimmereinrichtung, aber das paßt ja irgendwo auch wieder.

Letzteres kann man leider wirklich kaum freundlicher ausdrücken. Das Leben der Edith Piaf hätte sicherlich genug Stoff für einen tollen Film, wenn man denn einen draus machen würde und nicht so ein zerfahrenes, planloses, konzeptloses Durcheinander. Die Hauptdarstellerin ist wirklich toll, aber auch dadurch wurde noch kein Film vor dem dramaturgischen Totalausfall gerettet. Trotzdem war das Publikum euphorisiert. Vielleicht war es mehr die Lust am Hurra-Event, die ohnehin dazu geführt hat, daß die "standing ovations" allenthalben so überhand genommen haben. Moment mal, klinge ich jetzt eigentlich schon wie ein verbitterter alter Sack, der sich rundherum unverstanden fühlt und nichts anderes mehr zu tun hat, als der ganzen Welt mit seinen Ressentiments auf die Nerven zu gehen?

Na dann, fröhlich weiter geradeaus. Ich frage mich nämlich schon seit längerer Zeit: Wer engagiert bei Filmpartys eigentlich die DJs? Und die Bands? Wieso ist die Musik immer so schrecklich, daß man weglaufen möchte? Wieso laufen immer die Sachen, zu denen der Festivalleiter schon tief im letzten Jahrhundert mit 16 in der Disco das Tanzbein geschwungen haben dürfte? Oder halt der ebenso übliche wie eklige Ibiza-Konsens-Electro?

Egal, ich freue mich auf allerhand schöne Dinge. Zum Beispiel den großartigen Dokumentarfilm "Prinzessinnenbad", der am Sonntag abend in der Perspektive läuft. Oder den serbischen Film "Klopka", eine einfühlsame, kluge und spannende Geschichte, der am Montag abend im Forum läuft. Oder
Remake Movieoke, Karaoke nach bekannten Filmszenen, eine wirklich umwerfende Veranstaltung, am Mittwoch abend in der Homebase.

Hier noch die Tasche. Die Farben sind etwas blaß rübergekommen, man sollte daher dazusagen: Es handelt sich um sattes Violett und Knallrot.



1 Kommentar:

Jule hat gesagt…

bis auf den wirklich schäbigen logo-gurt finde ich die farblich ganz schön, wenn das rosa wirklich mehr rot wäre.
aber doch eher für das weibliche geschlecht oder hmm.

musik und filmparty scheint unvereinbar. ich verstehe dann aber nichtm, warum in filmen oftmals doch die musik außergewöhnlich, anders und/oder gut gewählt ist...
waum dann so ein qualitativer abstieg bei partys? ich glaube in vielen bereichen wird dem publikum zu wenig zugetraut. im kinosessel und auf der tanzfläche.

 
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