12 Dezember 2006

Filmgeschichte

Bernd hat einen Verein gegründet. Dort trifft man sich jeden Montag Abend und schaut sich gemeinsam Filmklassiker an, und zwar nicht die großen Gassenhauer, die sowieso jeder kennt, sondern sehenswerte Filme, die eben noch nicht jeder kennt.
Heute war ich mal dort. Es lief "Shadows of a Doubt" von Hitchcock, 1942. Eine Ansammlung von angenehm uncoolen, ernsthaften Menschen sitzt auf Sofas im Hinterzimmer eines Lokals namens "Ohio" an der Schlesischen Straße. Nach dem Film wird diskutiert. Man kommt sich ein wenig vor wie im Seminar - und das ist großartig. Alle sind sichtlich getragen von einem ausführlichen und sorgfältigen Interesse am Film. Niemand will mehr darstellen, als er ist. Niemand trägt seine Bescheidenheit vor sich her. Die Menschen tragen irgendwelche T-Shirts und und Polohemden und Pullover und wirken auf eine Art Berlin-Szene-inkompatibel, die etwas wahnsinnig erfrischendes hat.
Bernd spricht einige einleitende Worte und leitet das Gespräch mit kluger Hand, ein anderer hat vorab ein paar Fakten zum Film gesammelt und teilt sie auf Anfrage mit. Man hört einander zu und geht aufeinander ein. Man versteht sich und ist sich einig in der Liebe zum Kino. Ich werde auf alle Fälle wieder hingehen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

komme das nächste mal gerne mit, wenn ich noch ein polo shirt finde...
es lebe die berliner realschule!

d-trick.b hat gesagt…

Bernd legt Wert auf die Feststellung, daß er den Verein nicht allein gegründet hat, sonst wäre es ja auch kein Verein, und daß die meisten der einleitenden Worte auch nich von ihm gesprochen wurden. Das stelle ich hiermit gern richtig.

 
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