20 Juni 2007

Marktlücke

Ach, wie schön war das früher, als man in den Zügen noch die Fenster aufmachen konnte. Da stand man auf irgendeinem Provinzbahnhof, ließ sich die Sonne auf die Nase scheinen und genoß den Blick auf abgestellte Güterwagen, dann ging ein Ruck durch den Zug und die Fahrt ging weiter.

Heute dagegen gibt es keine anständigen Eisenbahnen mehr, sondern nur noch klimatisierte Konservendosen, in denen es entweder viel zu kalt oder viel zu heiß oder ekelhaft stickig ist. Man fühlt sich wie ein Tier, das unter artgerecht optimierten Bedingungen in einem Spezialwaggon zum Schlachthof gefahren wird.

Wann merkt mal ein Eisenbahnwagenhersteller, daß hier ein eklatanter Verlust von Lebensqualität passiert ist? Ich fordere hiermit die rumpeligen, gemütlichen alten Waggons von früher zurück. Dann würde ich auch wieder lieber und öfter mit der Bahn fahren. Als Autofahrer kann ich mir mein Gefährt aussuchen, als Flugpassagier kann ich mir meine Airline aussuchen, als Bahnreisender hätte ich es gern genau so. Gäbe es eine Bahngesellschaft, die die alten Wagen reaktiviert und zu bezahlbaren Preisen durch die Lande fahren läßt, ich wäre mit Freuden dabei.

Kommentare:

e.r hat gesagt…

fahr mal mit dem D 345. z.b von berlin nach kiev. 24 stunden im original russischen schlafwagen mit russischem schaffner und kyrillischer beschriftung, (teils noch von hand!) da wird einem schon ein bisschen mulmig, wenn man zu beginn der reise den pass abgeben muss... jedoch ein wundervoller zug!

Anonym hat gesagt…

Als ich mal von Bucharest nach Constanza fuhr, waren wir in genauso einem alten Zug... allerdings waren die Fenster zugenagelt. Warum? Niemand weiß. Weil es aber so heiß war, liessen die Schaffner die Waggontüren offen. So konnte ich meine Beine in die mit rasender Geschwindigkeit vorbeisausende Rumänische Landschaft baumeln lassen.
xxx c(atherine, weißt schon, die Engländerin)

Michael hat gesagt…

Stimmt.

 
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