30 Juli 2007

Sah ein Knab ein Stöcklein stehen

Jemand hat mir ein Stöckchen zugeworfen.
Wenn man das zum ersten Mal hört, denkt man natürlich:
Sehe ich aus wie ein Hund? Soll ich das jetzt zurückbringen, oder wie?

Aber nein, es ist anscheinend ein Spiel unter Blogschreibern, man beantwortet irgendwelche Fragen und bringt sie dann nicht etwa wie ein Hund schwanzwedelnd zurück, sondern reicht sie dem nächsten weiter. Also, meinetwegen, acht zufällige Tatsachen über mich.

-Als ich ein Kind war, hatten wir einen Hund, der hat auch immer gern Stöckchen apportiert, hat sie dann aber nicht freiwillig hergegeben. Das machen ja die meisten Hunde - sie bringen einem den Ball, rücken ihn dann aber nicht raus. Warum eigentlich? Was denken sie sich dabei?

- Wir hatten damals noch einen zweiten Hund. Das war ein deutscher Schäferhund, den übernahmen wir von einer Familie, die umständehalber nach Singapur gingen und ihn nicht mitnehmen konnten. Die Familie hieß tatsächlich Führer, und weil das ganze in Afrika stattfand, hatten sie dem Hund konsequenterweise den Namen "Rommel" gegeben. Wir hatten also in den 80er Jahren in Johannesburg einen Schäferhund, der auf den Namen "Rommel" hörte oder auch nicht.

-Der eingangs erwähnte Hund war ein Boxer. Da man damals Boxern noch den Schwanz "kupierte", also abschnitt, wedelte er mangels Schwanz immer mit dem ganzen Hinterteil. Außerdem wollte er bzw sie immer den Lichtfleck einer Taschenlampe fangen, was aber nie gelang.

-Wir hatten auch Katzen, die sich mit den Hunden immer ganz gut verstanden. Manchmal haben die Katzen sich fortgepflanzt, aus irgendwelchen Gründen stand der Katzenkorb dann immer bei mir im Zimmer, und so hatte ich dann öfters mal für sechs Wochen das ganz große Unterhaltungsprogramm bei mir.

-Viele Leute mögen entweder Hunde oder Katzen. Die Katzenliebhaber identifizieren sich mit der stolzen, freiheitsliebenden, unabhängigen Katze und verachten den unterwürfig-familienduseligen Hund - dem Hundeliebhaber gilt die Katze als falsch, das ist ihm suspekt, er schätzt seinen treuen Gefährten und seine menschenähnliche Mimik. Ich mag Hunde und Katzen gleichermaßen, ich will im Moment keins von beiden, aber mir sind Leute suspekt, die Hunde oder Katzen mit solchen menschlichen Eigenschaften besetzen und ihnen dann entsprechende Gefühle entgegenbringen. Davon abgesehen hätte ich gern ein Aquarium mit einem kleinen Wal drin (sehr klein, etwa so groß wie mein Zeigefinger).

-Ich hätte auch gern ein Terrarium mit so´ner Stachelechse, der würde ich dann gern eine Modellstadt bauen, damit sie da rumlaufen kann wie Godzilla.

-Da das aber auch vermenschlichend wäre, beschränke ich mich auf das Sammeln von Plastikmonstern. Unten ein Beispiel.

-Dieses Foto stammt übrigens, wie alle Bilder hier, aus einem handelsüblichen Fotohandy, dessen Qualitäten ich bei jeder Gelegenheit lobe und preise. Ähnlich wie bei Hunden und Katzen geht es mir bei neuer Technik - ich finde die beleidigte Totalverweigerung genauso doof wie das hektische hinter-jeder-Neuerung-Herhetzen. Wer sagt: Mein Handy muß telefonieren können und sonst nix, basta, der könnte genausogut sagen: Die wichtigen Nummern hab ich im Kopf, ich brauch keinen Speicher oder Wozu überhaupt Telefon, die wichtigen Gespräche führt man sowieso von Angesicht zu Angesicht oder Was brauch ich ein Auto, ich habe doch eine Kutsche oder so. Mehr hochwertige Handyfotos findet man übrigens hier.

Keine Ahnung, ob das jetzt Tatsachen waren und ob sie zufällig waren. Das Stöckchen geht weiter an Kristin.





1 Kommentar:

Julian hat gesagt…

Cool beyond belief: Eine Figur aus "Wo die wilden Kerle wohnen"! Eines meiner ab-so-lu-ten Lieblingskinderbücher, gleich hinter "Wenn Kubaki kommt"! Niemals wegschmeißen!

 
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